Als die Welt noch flach wie ein Essgeschirr war, lief in unserem begrenzten Leben noch nichts aus dem Ruder. Über den Tellerrand blickten erst Naturwissenschafter wie Bruno, Galileo, Kopernikus und Kepler, die entdeckten, dass unser Zuhause wie ein wohlgeformter Kartoffelknödel im All kreist, und sie versuchten, uns die Erde als runde Sache schmackhaft zu machen. Wie wenn einem in die Suppe gespuckt wird, so empfanden das damals viele Menschen, durchaus verständlich, waren sie doch einigermaßen irritiert, z. B. von der Aussage eines Kapitäns namens Christoph Kolumbus: „Ich segle nach Westen, um im Osten (Indien!) anzukommen.“ Im Jahre 1492 stach dieser Kolumbus in See, ja, und bald lief tatsächlich alles aus dem Ruder. Gebeutelt von Stürmen und genervt vom Gegen-den-Wind-Schiffen“ erreichte er nicht Indien, sondern stieß mit Erstaunen und Irritation auf den Kontinent des Trump. Triumph sieht anders aus. Hätte Kolumbus vor seiner Reise sich in einer Bücherei Aufzeichnungen skandinavischer Seeleute ausgeborgt, hätte der Kartograf einen fundierten Reiseführer gehabt und der Navigator eine gut lesbare Gebrauchsanweisung, wäre das nicht passiert. (Der Buchdruck wurde aber leider erst ein paar Jahre später erfunden.) – So segelte Christoph Kolumbus wieder nach Europa zurück und hoffte, dass die historisch interessierten Nachkommen das Jahr 1492 weniger mit seiner „Entdeckungsreise“ in Verbindung bringen werden als vielmehr mit der Gründung der Stiegl-Brauerei. Zu Hause ging er in sich: „Wenigstens habe ich die Kartoffel mitgenommen.“ Soweit die „Geschichte“.

Es klingt paradox, ist aber quasi „Das Ei des Kolumbus“: Eine Reise, die Unvorhergesehenes, Fremdes und Unbekanntes ermöglicht, kann zu einem selber führen. Man fährt fort und kommt zu sich. Reisen heißt, sich selbst entdecken. – Um in solcher Weise sein Leben zu erfahren, braucht es natürlich keine weite Fahrt. Mit Österreich kann man bekanntlich so einige Erfahrungen machen. Oder man durchstreift den Wald hinter dem Haus. Entdeckungen! – Hilfreich hierfür sind drei Reiseführer der besonderen Art.

„Gebrauchsanweisung für das Leben“
vom vielbeachteten (Reise-)Schriftsteller Andreas Altmann,

„Gebrauchsanweisung für den Wald“
vom wohl prominentesten Förster Mitteleuropas, Peter Wohlleben, und die

„Gebrauchsanweisung für Österreich“
vom genialen Autor Heinrich Steinfest.

 

Sollte es Sie aber dennoch in die Ferne ziehen (z. B. nach INDIEN), empfehle ich Ihnen einen ganz speziellen Reiseführer. Er ist kein INDER, doch IN DER Maria Eitzinger ihr Mann, der Franz. Über seine aufregende Reise nach Rajasthan (INDIEN) wird Franz Eitzinger am DO 5.10.2017 im Pfarrsaal berichten.

„Faszinierend die Kontraste in diesem durch Tradition und Religion geprägten Land. Chaotisch wirkend das Alltagsleben und das bunte Treiben auf den Märkten. Bewundernswert, wie die Menschen den Alltag bewältigen. Beeindruckend die mystischen Tempelanlagen, prunkvollen Paläste und wuchtigen Festungsbauten.“
Spüren Sie in Wort und Bild die Faszination einer Reise, die auch abseits gängiger Ziele geführt hat.

Auf den sicher wieder sehr engagierten Vortrag freut sich jetzt schon

Robert Templ

PS: Franz Eitzinger überlässt die Eintrittsgelder zur Gänze dem Lesezentrum fechila für den Ankauf von Büchern. Danke, Franz!